Schnell zu Lösungen im Nordwesten

Wirtschaftstag in Hausen und Praunheim steht im Zeichen von Demographie und Bürokratie

Anliegen der lokalen Wirtschaft sichtbar machen, Lösungsansätze entwickeln und die wirtschaftliche Zukunft der Stadtteile stärken – das ist das wiederkehrende Ziel des Frankfurter Wirtschaftstages. Für die 42. Ausgabe besuchte am Dienstag, 27. Oktober eine 20-köpfige Delegation sechs Betriebe der Stadtteile Praunheim und Hausen.

Große Delegation aus Stadtpolitik, Verwaltung und den beiden Kammern beim Wirtschaftstag in Praunheim und Hausen, hier in den Räumen der KFZ-Innung.Große Delegation aus Stadtpolitik, Verwaltung und den beiden Kammern beim Wirtschaftstag in Praunheim und Hausen, hier in den Räumen der KFZ-Innung.

wifö. Anliegen der lokalen Wirtschaft sichtbar machen, Lösungsansätze entwickeln und die wirtschaftliche Zukunft der Stadtteile stärken – das ist das wiederkehrende Ziel des Frankfurter Wirtschaftstages. Für die 42. Ausgabe besuchte am Dienstag, 27. Oktober eine 20-köpfige Delegation sechs Betriebe der Stadtteile Praunheim und Hausen. Neben Bürgermeister und Wirtschaftsdezernent Nils Kößler nahmen auch IHK-Präsident Ulrich Caspar und HWK-Hauptgeschäftsführer Christof Riess sowie Spitzen der Frankfurter Stadtverwaltung teil.

Besucht wurden Unternehmen und Institutionen, die die Bandbreite der Wirtschaft in Hausen und Praunheim widerspiegeln: Von der Innung des Kfz-Gewerbes Frankfurt/Main und Main-Taunus-Kreis über das Frankfurter Traditionsunternehmen Guinand und den Kreativ- und Mediendienstleister new step media bis hin zur Heinrich Elbert OHG, dem Natur-Salon Hausen und Schuch’s Restaurant in Praunheim.

„Der Frankfurter Wirtschaftstag ist ein tolles Format, um Schwerpunkte zu setzen“, sagte Nils Kößler, Bürgermeister und Wirtschaftsdezernent. „Wir können so die Anliegen von Betrieben und Unternehmen in bestimmten Stadtteilen unmittelbar aufnehmen und durch die Einbeziehung der Stadtverwaltung direkt Lösungen erarbeiten oder Wege aufzeigen. Die breite Beteiligung von Kammern, Verwaltung und Politik hilft, schnell in einen von gegenseitigem Verständnis und Vertrauen geprägten Arbeitsmodus zu kommen.“

Wiederkehrende Themen in den Gesprächen war die demographische Entwicklung. Dazu Ulrich Caspar, Präsident der Industrie- und Handelskammer: „Wirtschaftliche Stärke ist die Grundlage für alle Aufgaben der Stadt, und sie entsteht in den Betrieben der Stadtteile. Die Unternehmen in Praunheim und Hausen haben sehr klar benannt, was sie bremst: Ihnen fehlen Arbeitskräfte. Zugleich binden Formulare, Nachweise und lange Verwaltungsverfahren zu viel Kraft. Jede Vorschrift, die wegfällt, gibt ihnen mehr Zeit für ihre Kunden, ihre Produkte und ihre Beschäftigten. Deshalb sollte die Stadt Frankfurt ihre Genehmigungsverfahren konsequent straffen und die Betriebe überall dort entlasten, wo sie selbst zuständig ist.“

Christof Riess, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, beschrieb auch Verkehrs- und Flächenthemen als Herausforderung: „Die Betriebe in Hausen und Praunheim leisten einen wichtigen Beitrag zur Versorgung und zum Leben in den Stadtteilen. Die Landesfachschule der Kfz-Innung zeigt zudem, wie viel hier für den Fachkräftenachwuchs getan wird. Damit Betriebe und Ausbildung sich auch künftig gut entwickeln können, sind verlässliche Rahmenbedingungen, eine gute Erreichbarkeit und geeignete Gewerbeflächen wichtige Voraussetzungen. Der Wirtschaftstag bietet eine gute Gelegenheit, diese Themen gemeinsam mit der Stadt in den Blick zu nehmen.“

Hausen und Praunheim, in deren 851 Betrieben 5.283 Menschen beschäftigt sind (Stand 2024) sind, stehen vor wichtigen Weichenstellungen. Bezahlbarer Wohnraum, eine leistungsfähige Infrastruktur und attraktive Standortbedingungen müssen mit den Bedürfnissen der lokalen Wirtschaft in Einklang gebracht werden.

„Unser Ziel ist klar: Wir wollen die lokale Wirtschaft stärken und konkret unterstützen, damit Unternehmen in Hausen und Praunheim auch morgen erfolgreich sein können“, sagte Bernhard Grieb, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Frankfurt. „Ihre Innovationsoffenheit, den Entwicklungsgeist aber vor allem ihre lokalen Verbindungen gilt es hervorzuheben und auch weiter zu stärken.“

Der Frankfurter Wirtschaftstag wird von der Wirtschaftsförderung Frankfurt organisiert. Erstmals im Jahr 1998 aufgelegt, bringt er zwei bis dreimal pro Jahr Vertreter der Stadtpolitik und der Stadtverwaltung sowie der beiden Kammern mit Unternehmen und Betrieben unterschiedlicher Stadtteile zusammen.

29.10.2026: Schnell zu Lösungen im Nordwesten